Ulrich Welter: Hoffentlich kann ich im Herbst unsere neuen Tapeten in Paris präsentieren

Ulrich Welter baute früher Filmkulissen, danach begann er Filmwohnungen und -zimmer einzurichten. Als sie rückgebaut wurden, sagten ihm die Wohnbesitzer: „Nee, lass das mal so". Damals entschloss er sich seinen Beruf zu wechseln. Mit seinen 17 Mitarbeitern fertigt er heute in Schöneberg in Berlin Tapeten, mit denen Wände weltweit dekoriert werden. Es gibt sie zum Beispiel im Hotel Adlon und im Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann oder in Galeries Lafayette in Istanbul und in Jakarta zu sehen.

1. 3. 2021

Ulrich Welter.

In Dior und Chanel Boutiques dekorierte Ulrich Tapeten mit Blattgold, Metallstaub oder Glasperlen. Er arbeitete auch für Architekten und Designer bei der Verleihung von Oscar oder Golden Globe Awards sowie für arabische Scheichs. Deshalb überrascht es nicht, dass der Preis für seine Originaltapeten bei 70 bis 2 000 Euro/1 Quadratmeter liegt.

Wie würden Sie Ihre unikate Tätigkeit mit eigenen Worten beschreiben? 

Erfinder von Materialien für Interiordesign und Möbel. Ich bin so eine Art „Alchimist“. Ich liebe das Experimentieren mit Materialien und Techniken um Neues zu kreieren. Dies kombiniert mit Design schafft einfach unglaublich tolle Räume.

Sie gehören zu den führenden Tapetenmanufakturen in Deutschland. Worauf sind Sie am meisten stolz?

Ich bin von Anfang an in den hochpreisigen Markt gegangen, da unsere Produkte recht aufwendig und dadurch teuer sind. Sich in diesem Segment zu platzieren ist sehr schwierig und zeitaufwendig, da hierfür ein besonders großes Vertrauen aufgebaut werden muss.

Ich habe den Eindruck, dass sich jeden Tag neue Türen öffnen. Ich bin stolz darauf, als sehr kleine Manufaktur international eine Nische belegt haben zu können.

Das Jahr 2020 hatte viele Pläne verändert. Was bedeutete das für Sie?

Der Lockdown gab uns die Möglichkeit, inne zu halten und über die Zukunft nachzudenken. Wir hatten trotz des Stillstandes unglaublich tolle Projekte und haben neue Materialien erfunden. Kunden möchten in der Regel nicht sehen, wie ein Produkt verlegt wurde, daher haben wir an besonderen Verlegesystemen für unsere Wandpaneele gearbeitet, die fugenlose Wände möglich machen.

Haben Sie schon Prag besucht? Wie können tschechische Kunden in die Gunst ihre Produkte zu kommen?

Ich war kurz in Prag, aber an anderen Orten in Tschechien war ich mehrere Male. Ich war jedesmal von der scheinbar unberührten Natur zutiefst beeindruckt. In Tschechien hatte ich auch das Gefühl, dass es hier noch „normales“ Wetter gibt, also kalte, weiße Winter und heiße Sommer mit schwirrenden Insekten. Meine seit über 20 Jahren bei mir arbeitende Produktionsleiterin kommt übrigens aus Tschechien. Wir exportieren relativ viel ins europäische Ausland, Kunden aus Tschechien können bei uns direkt bestellen.

Pläne 2021?

Wir haben Corona genutzt um intern einige Prozesse zu verändern und haben neue Produkte entwickelt. Ich hoffe, dass sich unser aller Leben ab Sommer wieder normalisieren wird, so dass ich im Herbst in Paris unsere neuen Entwicklungen vorstellen kann.

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