The Cool And The Cold – Eine einzigartige Ausstellung von Gemälden aus den USA und der UdSSR aus der Zeit des Kalten Krieges

The Cool And The Cold. Dies ist der Titel der Ausstellung, die von der Galerie Gropius Bau in Berlin vorbereitet wurde. Gemälde aus den USA und der UdSSR 1960-1990 aus der Sammlung der Peter und Irene Ludwig Stiftung werden vom 24. September 2021 bis zum 9. Januar 2022 zu sehen sein.

21. 9. 2021

Ralph Goings, Airstream, 1970. Foto: mumok / Peter und Irene Ludwig Stiftung

Diese umfassende Ausstellung versammelt Werke, die während des Kalten Krieges in beiden Zentren der damaligen Weltpolitik entstanden sind, und zeigt das Verhältnis zwischen Ost und West von einer kunsthistorischen Perspektive. Peter und Irene Ludwig gehörten zu den ersten Sammlern der Welt, die gleichzeitig amerikanische und sowjetische Kunst sammelten. Ihre umfangreiche Sammlung ermöglicht einen kritischen Vergleich von Werken aus beiden Lagern des Ost-West-Konflikts.

Die Ausstellung zeigt 125 Werke von 80 Künstlern aus der Sammlung der Ludwig Stiftung und sechs internationalen Museen. Zu den wichtigsten Künstlern gehören Jo Baer, Erik Bulatov, Ivan Chuikov, Helen Frankenthaler, Jasper Johns, Ilya Kabakov, Lee Lozano, Natalya Nesterova, Viktor Pivovarov, Jackson Pollock und Andy Warhol. Im gesamten Erdgeschoss des Gropius-Baus – mit Blick auf die Reste der Berliner Mauer – findet eine Konfrontation statt, die Kontinuitäten und Kontraste im künstlerischen Denken und Arbeiten offenbart.

Die Ausstellung untersucht, wie Künstler während des Kalten Krieges auf die politischen und ästhetischen Fragen ihrer Zeit reagierten und wie sie die individuelle und gesellschaftliche Freiheit betrachteten. In der Spannung zwischen den verschiedenen Stilen und Denkrichtungen der drei Jahrzehnte wird die Kunst sowohl zum Ausdruck als auch zum Kommentar des Zusammenpralls der Ideologien.

In Sichtweite der Berliner Mauer

Stephanie Rosenthal, Direktorin des Gropius Bau, zur Ausstellung: „Die besondere Lage des Gropius Baus direkt an der ehemaligen Grenze zwischen West- und Ost-Berlin spielt in unserem Ausstellungsprogramm eine zentrale Rolle. Die Reste der Berliner Mauer sind vom Haupteingang und von den Ausstellungsräumen aus noch zu sehen. Die Auseinandersetzung mit Grenzen und deren Abgrenzung, aber auch die Frage der nationalen Zugehörigkeit taucht daher in unserem Programm immer wieder mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf. Wir freuen uns besonders, eine Ausstellung zu präsentieren, die ein einzigartiges Duell von Werken aus beiden machtpolitischen Zentren des Kalten Krieges bietet. The Cool and the Cold bringt nicht nur künstlerische Perspektiven aus Ost und West zusammen, sondern zeigt auch bisher weniger bekannte Werke – neben berühmten Meisterwerken von Erik Bulatov, Helen Frankenthaler, Roy Lichtenstein, Jackson Pollock und Andy Warhol.“ 

Brigitte Franzen, Ko-Kuratorin der Ausstellung und bis Ende 2020 Direktorin der Peter und Irene Ludwig Stiftung, sagte zu der Ausstellung, die sie während ihrer Amtszeit in der Stiftung konzipiert hat, unter anderem: „Die russische Avantgarde in ihrer langen Tradition und das Pionierphänomen der amerikanischen Pop Art sind die beiden Schwerpunkte der Sammlung. Weniger bekannt ist jedoch, dass die Ludwigs nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1990er Jahre hinein intensiv Kunst aus der Sowjetunion und den USA sammelten. Dies ermöglicht einen Vergleich, der die Kontinuitäten, Widersprüche, vermeintlichen Gegensätze und historischen Bezugspunkte der beiden Systeme im Bereich der Malerei aufzeigt. Die gegensätzlichen Ideologien und die allgemeinen Auswirkungen des „Eisernen Vorhangs“ auf die Kunst werden deutlich. Ich freue mich sehr, dass die Stiftung Sammlung Ludwig dieses Projekt ermöglicht hat.“

Juri Koroljow, Kosmonauten. Foto: mumok / Peter und Irene Ludwig Stiftung

Peter und Irene Ludwig gehörten zu den ersten Sammlern, deren Sammeltätigkeit auf diesem Gebiet wirklich global war. Sie waren stets auf dem neuesten Stand ihrer Zeit und haben eine einzigartige und umfassende Sammlung hinterlassen, aus der sich die moderne Weltgeschichte heute ablesen und verstehen lässt.