Adam Jareš, CzechTrade: Ich will nie wieder erleben, dass die tschechisch-deutsche Grenze geschlossen wird

"Weniger Bürokratie im tschechisch-deutschen Handel würde sicher nicht schaden", stellt Adam Jareš, Direktor von CzechTrade Deutschland, in der Umfrage des N&N Magazins Sieben Brücken fest.

22. 10. 2021 | Tomáš Lébr

Adam Jareš, Direktor des Auslandsbüros von CzechTrade in Düsseldorf

CzechTrade ist eine staatliche Agentur der Tschechischen Republik, deren Aufgabe es ist, den Außenhandel und die Zusammenarbeit zwischen tschechischen und ausländischen Unternehmen zu fördern.  Die Agentur ist offizieller Ansprechpartner für deutsche Unternehmen auf der Suche nach qualifizierten Herstellern und Dienstleistern aus der Tschechischen Republik. Die Hauptaufgabe von CzechTrade besteht darin, tschechischen Unternehmen beim Markteintritt zu helfen, potenzielle Geschäftspartner zu finden und sich auf Messen mit tschechischen Gemeinschaftsständen zu präsentieren. In Deutschland hat Czech Trade sein Hauptbüro in Düsseldorf.

In welchem Bereich und wie lange sind Sie schon in Deutschland tätig?

Seit 12 Jahren helfe ich tschechischen Unternehmen unter den Fittichen des Staates, den deutschen Markt zu erobern. Die Tschechische Republik führt ein Drittel ihrer Exporte nach Deutschland aus, und wir bemühen uns darum, dass unsere Exporte nicht nur wachsen, sondern dass die tschechischen Hersteller auch in den Lieferketten aufsteigen. Wir haben hier großartige und innovative Unternehmen, die es auf dem sehr wettbewerbsintensiven deutschen Markt schaffen können.

Was sind Ihre unmittelbaren Arbeitspläne?

Nach einer fast zweijährigen Pause, die durch das Coronavirus verursacht wurde, möchte ich endlich wieder in den Offline-Bereich zurückkehren und an Messen, Geschäftstreffen und Seminaren teilnehmen, um den Menschen, die ich treffe, auf eine andere Weise zu begegnen als durch meine Computerkamera.

Worauf sind Sie in Deutschland besonders stolz?

Auf meinen sechsjährigen Sohn Adam.

Wie hat sich die Pandemie auf Ihre Arbeit ausgewirkt und wie haben Sie aus der Krise gelernt?

Ich möchte nie wieder erleben, dass die Grenze zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik geschlossen wird. Die De-facto-Schließung unserer gemeinsamen Grenze hat nicht nur für Geschäftsleute, sondern auch für Hunderte von Menschen, die aus beruflichen, familiären oder Liebesgründen nach Deutschland und in die Tschechische Republik reisen, enorme Schwierigkeiten verursacht. Einmal mehr wird einem bewusst, was für ein wunderbares Projekt die Europäische Union ist.

Was sollte sich Ihrer Meinung nach ändern, um die Bedingungen für Ihre Arbeit zu verbessern?

Nichts im Leben ist perfekt. Weniger Bürokratie im tschechisch-deutschen Handel würde sicher nicht schaden. 

Welche Frage würden Sie sich gerne stellen?

Ich habe eine Reihe von Fragen. Ich bin auf der Suche nach Antworten. Zum Beispiel: „In welchem Land werde ich in 10 Jahren leben?“

Würden Sie versuchen, Ihre typischen Kunden kurz zu beschreiben?

Exportorientierte Unternehmen aus der Tschechischen Republik. Zum Beispiel der Hersteller des Bürostuhls, auf dem ich gerade sitze, der Hersteller des Fahrrads, mit dem ich jeden Tag zur Arbeit fahre, oder die Spirituosenfirma, die mir den Abend mit einem schönen Getränk verschönert.

Andere Teile der Umfrage


Sedm mostů 🇨🇿 – 🇩🇪 Sieben Brücken

Die Redakteure des N&N Magazine haben ein groß angelegtes Projekt mit dem Titel Sedm mostů – Sieben Brücken gestartet. Sie stellt die wichtigsten in der Tschechischen Republik vertretenen deutschen Unternehmen sowie tschechische Unternehmen und Organisationen mit Aktivitäten in Deutschland in Form einer Umfrage mit sieben Fragen vor.

Die Präsentation basiert lose auf unserem Buch Die Mauer zwischen uns, das die Geschichten von Tschechen in Deutschland und Deutschen in der Tschechischen Republik beschreibt und für die Frankfurter Buchmesse 2021 nominiert ist.